Presse

Keine Corona-Ferien an der Alexander-von-Humboldt-Schule – der Online-Betrieb läuft

„Haben wir gleich eine Online-Deutschstunde? Mathe und Englisch hatten wir heute auch schon“, fragt Fünftklässlerin Samara ihre Klassenlehrerin über den Schulserver „IServ“. Seit einem Tag hat die Alexander-von-Humboldt-Schule Aßlar wie alle anderen Schulen in Deutschland wegen der Corona-Krise geschlossen und der Unterricht soll nun via Internet erfolgen. Seitdem müssen sich Schüler, Lehrer und Eltern einer neuen Situation stellen, die große Herausforderungen mit sich bringt.

„Wir haben an der Alexander-von-Humboldt-Schule den unschätzbaren Vorteil, dass wir schon seit fünf Jahren mit IServ arbeiten, so dass Schüler und Lehrer bereits vertraut mit dem Portal sind“, so Schulleiter Peter Schmidt. Da die Schüler und oft auch die Eltern über IServ nicht nur kommunizieren, sondern auch den Vertretungs- und den Klausurplan einsehen können, erfreut sich das System guter Akzeptanz und wird rege genutzt. Dass jedoch einmal alle Unterrichtsabläufe über das Netzwerk laufen würden, hätte sich bis vor Kurzem noch niemand träumen lassen.

Um den Schülern Arbeitsblätter, Links und Aufgaben zukommen zu lassen, musste schnell ein System geschaffen werden, um außerhalb der Mailfunktion, deren exzessive Nutzung den schuleigenen Server schnell überlastet hätte, Material für die Schüler bereitzustellen. In Ordnern hinterlegen die Lehrer Arbeitsblätter und Aufgaben, in einem Forum, das nach einiger Zeit vom leichter zu handhabenden „Messenger“ abgelöst wurde, kann miteinander kommuniziert werden. „Unsere Informatik-Lehrer leisten hier höchst professionelle Arbeit und sind permanent damit beschäftigt, nachzubessern und auf Probleme und Anregungen zu reagieren“, lobt Schulleiter Schmidt.

Während der Unterrichtszeit sind alle Lehrer online und beantworten die Fragen der Schüler. Manche halten „Online-Stunden“, die dem traditionellen Unterricht recht nah kommen, andere haben Wochenpläne ausgegeben. Viele Lehrer erweisen sich als kreativ. So hat eine Kollegin eigenhändig kleine Erklärvideos zum Thema Mathematik gedreht, andere stellen experimentelle Aufgaben und lassen sich per Foto über die Produkte informieren. Aber es gibt auch Stunden, in denen die Schüler, vorzugsweise beim Klassenlehrer, über ihre Befindlichkeit sprechen und sich darüber austauschen können, wie sie mit der belastenden Situation fertig werden.

Regelmäßig werden Rückmeldungen eingeholt, wie die Schüler mit den Anforderungen und zeitlichen Vorgaben zurechtkommen. „Die Aufgaben sind gut strukturiert und wir begrüßen es, dass sie am Wochenanfang eingestellt werden und dann jeder in seinem Rhythmus arbeiten kann“ – so die einhellige Meinung im Französischkurs 10G. Und auch Schulleiter Schmidt zieht eine erste Bilanz: „Nach einer Woche Online-Unterricht haben wir über die Schulzweigleitungen abgefragt, wie die Resonanz aus den Klassen ist. Die große Mehrheit der Schüler fühlt sich nicht von Aufgaben überflutet und die Meisten kommen gut zurecht.“

Dies bestätigt auch der Elternbeiratsvorsitzende Marco Ditschler, der sich in permanentem Austausch mit dem Schulleiter befindet und über die Anliegen der Elternschaft informiert. So berichtet er über eine weitgehende Zufriedenheit; es sei gut, dass die Kommunikation via IServ auch den Eltern schon lange vertraut sei. Zwar habe es auch Anlaufschwierigkeiten gegeben und die selbständige Arbeit mit den neuen Aufgabenmodulen stelle eine große Herausforderung dar, doch sei die Schule ständig bemüht, nachzujustieren und das rein digitale Lernen so schülernah wie möglich zu gestalten.

Für die Lehrer bedeutet das E-Learning einen erhöhten Vorbereitungsaufwand und das Kollegium muss sich in teils ungewohnte technische Sachverhalte einarbeiten. Mittlerweile hat sich allerdings eine gewisse Routine eingestellt. „Natürlich fehlt der unmittelbare Kontakt zu den Schülern, auf die man momentan nicht in gewohnter Weise eingehen kann. Einige entziehen sich bewusst, da die direkte Kontrolle fehlt, andere scheint das nun im Mittelpunkt stehende Medium Computer besonders zu motivieren“, so eine Lehrkraft.

Neben dem Online-Unterricht besteht an der Alexander-von-Humboldt-Schule für Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, ein sehr flexibles Betreuungsangebot, das zurzeit von einer Schülerin wahrgenommen wird. Auch für die Osterferien ist bereits ein Plan erstellt, nach dem man ggf. noch weitere Kinder notfalls rund um die Uhr betreuen kann. Bemerkenswert ist dabei, das bereits jetzt der komplette Zeitraum auch an den Wochenenden und Feiertagen über freiwillige Meldungen von schulischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen abgedeckt werden konnte.