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Wissenschaftlicher Vortrag an der Alexander-von-Humboldt-Schule beleuchtet „Stern von Bethlehem“

Passend zur Vorweihnachtszeit hat der ehemalige Physik-und Mathematiklehrer der Alexander-von-Humboldt-Schule Aßlar, Helmut Lepper, einer interessierten Zuhörerschaft anhand der biblischen Geschichte des „Sterns von Bethlehem“ einen faszinierenden Einblick in die Geheimnisse unseres Sternenhimmels gewährt. Auch wenn Lepper Spezialist auf seinem Gebiet und als Gasthörer der Astrophysik- Vorlesungen an der THM Friedberg auf dem neuesten Stand der Forschung ist, gelang ihm dennoch ein gut verständlicher Vortrag, dem auch Laien gut folgen konnten.

So beleuchtete er nacheinander die verschiedenen Möglichkeiten, das Ereignis des „Sterns von Betlehem“ wissenschaftlich zu erklären und betrachtete die jeweilige Wahrscheinlichkeit dieser Thesen. Dabei berichtete er über Kometen und deren Eigenschaften. Manche hielten eine Supernovaexplosion für die Ursache des „Sterns von Bethlehem“. Ein Grund für den Referenten, ein solches Ereignis beispielhaft zu zeigen und die astrophysikalischen Hintergründe zu erklären. Sowohl ein Komet als auch eine Supernova erschienen aber nicht geeignet, den Stern von Bethlehem zu erklären.

„Viele gehen davon aus, dass es sich um eine seltene Planetenkonjunktion gehandelt hat. Das heißt, es trafen Jupiter und Saturn in einer gedachten Linie von der Erde aus betrachtet im Sternbild der Fische zusammen. Normalerweise kann das etwa alle 20 Jahre beobachtet werden. Zur Zeit von Christi Geburt tauchte diese Konjunktion in kurzem Abstand dreimal hintereinander auf. Man spricht von einer Dreifachkonjunktion. Auf eine solche muss man oft Jahrhunderte warten. Die nächste kommt erst 2238 wieder“, erläuterte der Referent.

Wie eine Dreifachkonjunktion entsteht, ließ Helmut Lepper mittels einer eigenen Programmierung für die Besucher sichtbar werden. Im Zeitraffer bewegten sich Erde, Jupiter und Saturn. So konnte man auch erkennen, dass es kurz vor Weihnachten 2020 erneut zu einer Konjunktion, allerdings nur einer einfachen, kommen wird.

Nach dem Ende der eingängigen Präsentation und der anschließenden Fragerunde berichtete Lepper noch von dem kürzlich von einem Hobbyastronomen von der Halbinsel Krim entdeckten interstellaren Kometen „Borisov“, der das inzwischen zweite entdeckte Objekt ist, welches nicht aus unserem Sonnensystem stammt. „Der kommt aus dem interstellaren Raum und dorthin wird er auch wieder verschwinden“, erklärte Lepper anhand der Simulation der Flugbahn des Kometen Borisov.

Laut Helmut Lepper beobachteten die Astronomen mit Sorge die Pläne von Elon Musk, der durch die Entsendung von Tausenden von Satelliten ins All Hochgeschwindigkeitsinternet an jedem Ort der Welt ermöglichen wolle. „Dies kann allerdings mit der Einbuße von Forschungserfolgen im All einhergehen, denn das von den Satelliten reflektierte Licht könnte empfindliche Teleskope stören“, warnte der Referent abschließend.

Dem eindrucksvollen Vortrag im „Recherche- und Informationszentrum“ der Alexander-von-Humboldt-Schule sollen weitere folgen.