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„Cinéfête“: Französischer Film beeindruckt Aßlarer Schüler

Rund 80 Schüler der Französischkurse der Alexander-von-Humboldt-Schule Aßlar haben mit ihren Französischlehrerinnen Grit Schleiter und Anke Paul am französischen Filmfestival „Cinéfête“ im Wetzlarer Kino teilgenommen. Mit dem Film „Un sac de billes“ („Ein Sack voll Murmeln“), einer 2017 in Frankreich herausgekommenen Verfilmung des gleichnamigen autobiografischen Romans von Joseph Joffo, lag der Fokus auf einem historischen Thema, das die Schüler der Jahrgänge 7 bis 10 nicht ohne Vorbereitung einordnen konnten. Entsprechend erfolgte im Französischunterricht nicht nur eine sprachliche und inhaltliche Vorentlastung, sondern die Schüler erfuhren auch die wichtigsten Fakten der deutschen Besatzung in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs. Begriffe wie „Résistance“ und „Kollaboration“ wurden ebenso erklärt wie die anfängliche Teilung des Landes in eine besetzte und eine „freie“ Zone.

Mit diesem Wissen ausgestattet, gelang es den Schülern gut, der Geschichte um die beiden jüdischen Brüder Joseph und Maurice zu folgen, die unter Lebensgefahr vor den Nazis von Paris ins vermeintlich sichere Nizza fliehen, wo sie ihre Familie treffen. Doch das Wiedersehen ist von kurzer Dauer, denn die Besatzer rücken in den Süden vor.

Die drastische Darstellung der Brutalität, mit der die Deutschen und ihre französischen Helfer gegen Juden und Widerständler vorgehen, beeindruckte die Aßlarer Schüler sichtlich und sie fieberten mit den Jungen mit, die der Gestapo nur um Haaresbreite entkommen. Da das Geschehen aus der Perspektive in etwa Gleichaltriger erzählt wurde, konnten sich die Schüler gut in die bestürzende Thematik einfühlen, die allem Entsetzlichen zum Trotz stellenweise auch mit einer gewissen Situationskomik und schönen Landschaftsaufnahmen umgesetzt war.

Der Film wurde im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt und so hatten auch die Sprachanfänger keine Verständnisprobleme. „Ich bin nun schon zum dritten Mal bei der Cinéfête dabei und habe von Mal zu Mal mehr verstanden. Ab und zu kam ich sogar ohne die Untertitel aus. Der Film hat mich sehr beeindruckt“, so ein Neuntklässler nach der Vorführung. In den folgenden Französischstunden wurde dann, möglichst in der Fremdsprache, über das Gesehene diskutiert.