A1 Humboldt-Schüler führen Mitschüler im Lager Buchenwald  
       
    Eine zwanzigköpfige Schülergruppe der Alexander-von-Humboldt-Schule Aßlar bereitete sich mit ihren begleitenden Lehrkräften Evelin Moritz, Andreas Engelschalk und Philip Endres drei Tage lang darauf vor, die Mitschüler der Abschlussklassen durch das frühere Konzentrationslager Buchenwald zu führen. Untergebracht waren sie in ehemaligen SS-Kasernen, dort hatten sie auch ihre Tagungsräume. An geschichtsträchtiger Stätte begannen die Jugendlichen eine intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit, wobei  sie an Originaldokumenten recherchierten. Viel Zeit verbrachten die Schüler in den Außenanlagen der Gedenkstätte, wodurch ihnen ein tieferes Einfühlen in die historischen Zusammenhänge ermöglicht wurde. So konnten sie beispielsweise die Zelle des Widerständlers Paul Schneider sehen, der ihnen aus dem Religionsunterricht bereits bekannt war. Am zweiten Tag der Vorbereitungsphase besuchte die Aßlarer Gruppe Weimar. Führungen in Schillers und Goethes Wohnhaus gehörten ebenso zum Besichtigungsprogramm wie ein Abstecher in die berühmte Amalia-Bibliothek. Nach einem weiteren Einarbeitungstag  waren die Schüler-Experten dann so gut in der Materie zu Hause, dass sie die Realschüler der Jahrgangsstufe 10 sowie die Gymnasiasten des Jahrgangs 9, die zum Abschluss des Buchenwald-Projekts aus Aßlar angereist waren, souverän durch die Anlage führen konnten. Dabei zeigte sich die Effektivität des Konzepts der Schülerexperten, das seit einigen Jahren erfolgreich bei der Buchenwand-Fahrt umgesetzt wird: Schüler reagieren viel interessierter, wenn ihnen Mitschüler gegenüberstehen, die sie von gleich zu gleich ansprechen. Bei ihren Erklärungen konnten die jeweils im Tandem agierenden Experten bei ihren Zuhörern auf Basiswissen zurückgreifen, das sie im Geschichts- bzw. Religionsunterricht erworben hatten. So standen in Religion bereits die Themen „Kirche im Dritten Reich“ und „Widerstand im Nationalsozialismus“ auf dem Lehrplan; in Geschichte beschäftigen sich die Abschlussklassen der Humboldt-Schule ebenfalls mit der NS-Zeit, wobei auch ein Film über Buchenwald gezeigt wird. Bevor die Aßlarer die Heimreise antraten, legten sie an einer Gedenktafel weiße Rosen nieder.  „Für mich war das Buchenwald-Projekt zwar anstrengend, aber ich habe viel mitgenommen. Nach drei Tagen Vorbereitung war ich so gut informiert, dass ich mich bei meinem Vortrag ganz sicher fühlte und meine Notizen nicht mehr brauchte“, so eine Schülerin der Expertengruppe nach dem Projekt.     .

                                                                                             

 
     
 
 
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